Johann Gottlieb Naumann - Biografie

 

Das Geburtshaus von Johann Gottlieb Naumann, 1901 abgetragen.

 

Der Komponist Johann Gottlieb Naumann, Ölgemälde von Friedrich Gotthard Naumann.

 

Johann Gottlieb Naumann als junger Mann.

 

Die ehemalige Dorfschule auf der Pillnitzer Landstraße 8, die Naumann von 1751 bis 1754 besuchte. Heute befindet sich dort das Pfarramt Loschwitz.

 

Gottfried August Homilius (1714 bis 1785), Kreuzkantor und Lehrer Johann Gottlieb Naumanns an der Kreuzschule

 

Die hochmusikalische Kurfürstenmutter Maria Antonia Walpurgis (1724 bis 1780), selbst Komponistin, die Johann Gottlieb Naumann 1764 an den Dresdner Hof verpflichtete, Ölgemälde von Pietro Rotari, um 1755.

 

Das Morettische Theater, erbaut 1754/55, in welchem viele Opern Naumanns in Dresden uraufgeführt wurden, Darstellung um 1800.

 

Gustav III. von Schweden (1746 bis 1792), der Naumann nach Schweden verpflichtete, wo seine Oper „Gustav Wasa“ lange als schwedische Nationaloper galt. Ölgemälde von Lorenz Pasch, um 1777.

 

Das Naumann-Palais in Blasewitz, welches Naumann nahe seinem Geburtshaus nach eigenen Vorstellungen errichten ließ, 1945 abgetragen.

 

Der Komponist Johann Gottlieb Naumann in späteren Lebensjahren, Kupferstich um 1800.

 

Christian Gottfried Körner (1756 bis 1836), der zum engsten Freundeskreis Naumanns in Dresden zählte, Ölgemälde von Anton Graff.

 

Friedrich Schiller, der zum Bekanntenkreis Naumanns in Dresden zählte und von dem er Gedichte vertonte, Ölgemälde von Anton Graff, 1786 bis 1791.

 

Elisa von der Recke, Dichterin und enge Freundin Naumanns. Er vertonte mehrere ihrer Gedichte. Ölgemälde von Anton Graff, 1797.

 

Das Naumann-Palais in Blasewitz, welches Naumann nahe seinem Geburtshaus nach eigenen Vorstellungen errichten ließ, 1945 abgetragen.

 

Das Grab Johann Gottlieb Naumanns auf dem Elias-Friedhof in Dresden.


1741   am 17. April als Sohn eines Häuslers und einer Schuhmachertochter in einfachen Verhältnissen in Blasewitz geboren; eine jüngere Schwester und zwei jüngere Brüder.
     
1751 – 1754   Besuch der Loschwitzer Dorfschule, wo er durch den Lehrer und Kantor Christian Gottfried Müller gefördert wurde; ab 1753 Orgelspiel bei Gottesdiensten in der Loschwitzer Kirche.
     
1754   Beginn einer Schlosserlehre in Dresden, die Naumann bald abbrach.
     
1754 – 1757   Kreuzschüler unter Theodor Christlieb Reinhold (1682-1755) und Gottfried August Homilius (1714-1785)
     
1757   Aufbruch zur ersten Italienreise mit dem schwedischen Kapellvirtuosen Anders Weström (1720–1781) über Hamburg, wo Naumann unterrichtete; Erlernen des Bratschenspiels bei Weström
     
1758   Weiterreise über Venedig nach Padua, wo Weström und Naumann Unterricht bei dem Geiger Giuseppe Tartini (1692–1770) erhielten
     
1759   Studium an der Universität Padua; Bruch mit Weström, der ohne Naumann weiterreiste; Bekanntschaft mit dem Komponisten Johann Adolph Hasse (1699–1783) und dem Bratschisten Giovanni Battista Ferrandini (1710–1791); Aufführung erster Kompositionen Naumanns in Padua
     
1761   Reise durch Italien mit dem preußischen Kapellmusiker Pitscher (Rom, Neapel, Florenz, Bologna) und Unterricht bei Giovanni Battista Martini (1706-1784) in Bologna
     
1762   Venedig wurde Naumanns Hauptwirkungsstätte; dort Aufführung erster Bühnenwerke
     
1764   Rückkehr nach Dresden und Komposition einer Messe, anschließend Anstellung am sächsischen Hof durch die Kurfürstenmutter Maria Antonia Walpurgis (1724-1780) als Kirchenkomponist für 300 Taler jährlich
     
1765 – 1768    Zweite Italienreise mit den Kapellmusikern Franz Seydelmann (1748–1806), ein Schüler Naumanns, und Joseph Schuster (1748–1812) über Wien, Padua, Venedig nach Neapel; erneuter Besuch bei Tartini; Opernkomposition „L`achille in sciro“ für das Theater in Palermo – großer Erfolg für Naumann
     
1768   Rückkehr nach Dresden und Komposition der Oper „La clemenza di Tito“ anlässlich der Vermählung von Friedrich August II. mit Maria Amalie Auguste; Erhöhung seines Honorars auf 600 Taler jährlich
     
1770   Beitritt zur Dresdner Freimaurerloge und Komposition zahlreiche Freimaurerlieder
     
1772   Dritte Italienreise gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Gotthardt Naumann (1750–1821) über München nach Venedig, wo die Oper „Soliman“ unter Erfolg aufgeführt wurde; weitere Uraufführungen von Opern in Venedig und Padua
     
1775   Angebot aus Berlin zur Anstellung am preußischen Hof für 2.000 Taler Jahresgehalt
     
1776   Ernennung zum Hofkapellmeister und Verdopplung des Gehaltes auf 1.200 Taler in Dresden; Bau des Naumann-Palais in Blasewitz
     
1776 – 1777   Reise nach Schweden über Berlin und Hamburg nach Stockholm, wo er das Orchester umstrukturierte und die schwedische Oper reformierte; Uraufführung der Oper „Amphion“ am 1. Januar 1777 mit großem Erfolg
     
1777 – 1782   Wirken in Dresden; Einweihung des schwedischen Opernhauses mit Naumanns Oper „Cora“ (1782), die auch in Dresden im Bassemannschen Konzert in Deutsch aufgeführt wurde; intensive Kontakte zum Dresdner Geistesleben [Friedrich Schiller (1759–1806), Christian Gottfried Körner (1756–1836), Elisa von der Recke (1754–1833), Hans Moritz Graf von Brühl (1746–1811) und Anton Graff (1736–1813)]
     
1785 – 1786   Reise nach Dänemark zur Umgestaltung der Oper und des Orchesters in Kopenhagen, dort Uraufführung seiner Oper „Orpheus“; Kennenlernen von Katharina von Grothschilling, die seine Schülerin und spätere Ehefrau wurde; Bitte um Entlassung aus sächsischen Diensten, um Anstellung am dänischen Hof wahrzunehmen, Ablehnung des Gesuchs durch den sächsischen Kurfürsten
     
1786   Rückkehr nach Dresden; Erhöhung des Honorars auf 2.000 Taler jährlich, Entbindung von der Kirchenmusik und Anstellung auf Lebenszeit; Komposition von Schillers „Ode an die Freude“
     
1786   Aufführung der Oper „Gustav Wasa“, die lange als Schwedens Nationaloper galt; mehrere Besuche am preußischen Hof; Komposition der Opern „Medea“ und „Protesilaos“
     
Ab 1790   Beginnende Schwerhörigkeit und Schwindelanfälle; mehrere Reisen nach Karlsbad, Prag, ins Riesengebirge und nach Berlin
     
1792   Heirat mit Katharina von Grothschilling in Wörlitz, vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne: Rosina, Karl Friedrich, Moritz Ernst Adolf und Constantin August)
     
1801   Tod nach Schlaganfall im Großen Garten am 23. Oktober